Psychiatrische Pflege

Pflegedienst mit Herz und HandIn den letzten Jahren scheinen die Zahlen der Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von psychischen Störungen laut epidemiologischen Untersuchungen (Untersuchungen zu Ursachen und Folgen, sowie der Verbreitung von gesundheitsbezogenen Zuständen) weltweit rapide zugenommen zu haben. Weiterhin ist das öffentliche Interesse daran, Klinikaufenthalte zu vermeiden oder zu verkürzen und dadurch Kosten für teure Klinikaufenthalte einzusparen ebenfalls gestiegen. So kommt es dazu, dass konstante Bezugspersonen im Rahmen der Ambulanten Psychiatrischen Pflege im häuslichen Umfeld für die Behandlung psychiatrischer Krankheitsbilder zunehmend an Bedeutung gewinnen.


Was ist Ambulante Psychiatrische Pflege?

In der Ambulanten Psychiatrischen Pflege steht der Mensch in seinem Umfeld im Mittelpunkt. Eine Hauptaufgabe ist es, den Menschen zu begleiten, zu unterstützen und somit ein psychisches, physisches und soziales Gleichgewicht herzustellen oder zu erhalten. Ein eigenständiges Leben in dem gewohnten Lebenszusammenhang unter Beteiligung des Umfelds soll dadurch gefördert werden. Ein weiterer Vorteil des ambulanten Charakters ist, dass die Angehörigen sehr gut in die Behandlung mit einbezogen und entlastet werden können.

Rechtlich gesehen rechtfertigt diese Pflege das Sozialgesetzbuch XI §14. Demnach kann ambulante Pflege verordnet werden, zur Vermeidung und Verkürzung von Krankenhausaufenthalten und zur Sicherstellung der Behandlung. Wir als Leistungserbringer der Ambulanten Psychiatrischen Pflege sehen uns als Bindeglied zwischen den betroffenen Menschen, Angehörigen, Ärzten, Beratungsstellen, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen, Therapeuten, Tageskliniken, anderen psycho-sozialen Diensten, sowie Angeboten der Gemeinden.

Die Häufigkeit der Besuche orientiert sich am individuellen Bedarf der Patienten und wird in unterschiedlichen Intervallen verordnet. Die Ambulante Psychiatrische Pflege kann für eine Behandlungsdauer von vier Monaten verordnet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit den behandelnden Psychiatern/Neurologen und den Betreuern unserer Kunden.


Welche Aufgaben hat die Ambulante Psychiatrische Pflege?

Pflegedienst mit Herz und HandDie Ambulante Psychiatrische Pflege soll den Betroffenen motivieren, die Wahrnehmung schulen und dadurch den Verlauf der Erkrankung durch Hilfen im Alltag positiv beeinflussen und in Krisensituationen intervenieren.

  • Information und Beratung für einen bewussten Umgang mit der Krankheit
  • Aufbau eine tragfähigen, professionellen Beziehung
  • Beobachtung und Dokumentation des Hilfebedarfs und dessen Entwicklung im Rahmen des Pflegeprozesses
  • Hilfe bei der Bewältigung von Alltagsanforderungen
  • Unterstützung bei der Schaffung einer Tagesstruktur
  • Beobachtung und Dokumentation des Krankheitszustandes und dessen Entwicklung
  • Stützen und Fördern der Eigenverantwortlichkeit der betroffenen Menschen
  • Frühzeitiges Erkennen von Krisensituationen
  • Einbeziehen, Beraten und Unterstützen des sozialen Umfelds und der Angehörigen
  • Koordination und Vermittlung von Hilfen
  • Förderung eines eigenständigen und verantwortungsvollen Umgangs mit den Medikamenten zur Förderung der Compliance
  • Beobachtung und Weitergabe von Wirkung und Nebenwirkung der Medikamente


Wer kann Ambulante Psychiatrische Pflege in Anspruch nehmen?

Die Kunden der Ambulanten Psychiatrischen Krankenpflege sind:

  • Chronisch psychisch erkrankte Erwachsene
  • Erwachsene mit einer akuten psychischen Erkrankung oder Krise
  • Gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen
  • Wesensveränderte Menschen infolge psychischer Erkrankung
  • Psychisch erkrankte Personen mit einem gleichzeitigen Suchtmittelmissbrauch


Wer verordnet Ambulante Psychiatrische Pflege?

Die Erstverordnung der Ambulanten Psychiatrischen Pflege erfolgt durch niedergelassene Nervenärzte und -ärztinnen. Die Folgeverordnung kann auch der behandelnde Hausarzt ausstellen.


Wie wird die Ambulante Psychiatrische Pflege abgerechnet?

Kostenträger der Leistungen sind die jeweiligen Krankenkassen. Die erbrachten Leistungen werden von uns nach §37 SGB V direkt mit den Krankenkassen abgerechnet.

Psychiatrische Krankenpflege ist verordnungsfähig bei:

  • F00.1 Demenz bei Alzheimer- Krankheit, mit spätem Beginn (Typ1)
  • F01.0 Vaskulär Demenz mit akutem Beginn
  • F01.1 Multiinfark Demenz
  • F01.2 Subkortikale vaskuläre Demenz
  • F02.0 Demenz bei Pick- Krankheit
  • F02.1 Demenz bei Creutzfeldt- Jakob- Krankheit
  • F02.2 Demenz bei Chorea Huntington
  • F02.3 Demenz bei primärem Parkinson- Syndrom
  • F02.4 Demenz bei andernorts klassifizierten Krankheitsbildern
  • F04.- Organischem amnestischen Syndrom, nicht durch Alkohol oder andere psychotrope Substanzen bedingt
  • F06.0 Organischer Halluzinose
  • F06.2 Organischer katatoner Störung
  • F06.3 Organischer affektiver Störungen
  • F06.4 Organischer Angststörung
  • F06.5 Organischer dissoziativer Störung
  • F06.6 Organischer emotional labiler Störung
  • F07.0 Organischer Persönlichkeitsstörung
  • F07.2 Organischem Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma
  • F20.- Schizophrenie
  • F21.- Schizotyper Störung
  • F22.- Anhaltender wahnhafter Störung
  • F24.- Induzierter wahnhafter Störung
  • F25.- Schizoaffektiver Störung